„Wir stellen eine Kiste Bier und zwei Tüten Chips an den Steg und dann schauen wir mal, was passiert.“ Das war der erste Gedanke, als Anfang des Jahres alle Flüsse, Fleete und Kanäle noch tief zugefroren waren und der Frühling noch meilenweit entfernt schien. Also haben wir ja gesagt zum Anrudern, geht klar, wir haben dieses Jahr schließlich einen runden Geburtstag! Als eine Woche vor Meldeschluss nur ein Boot angemeldet war, haben wir uns noch mal beruhigt im Bett umgedreht. Um so heftiger war das Erwachen, als Andreas knapp 110 Anmeldungen verkündete und uns plötzlich klar wurde: Wir brauchen doch ein bisschen mehr als eine Kiste Bier. Alarm!

Die RV Bille wäre nicht die RV Bille, wenn sie auf entscheidende Fragen keine Antwort hätte: Wieviel Bier ist in der Kühlung, wo kommt die Suppe her, haben wir eigentlich tiefe Teller, wie ist das Wort vegetarisch zu verstehen, reichen unsere Sicherungen für Crêpes plus Kaffeemaschine und wer von uns kann eigentlich Kuchen backen? Mit nur zwei Mails an alle waren die wesentlichen Fragen geklärt. Wir haben in Nullkommanix die Halle zu einem gemütlichen Restaurant „Chez Bille“ umgebaut, Blümchen auf die Tische gestellt und das obligatorische Kuchenbuffet aufgefahren. Jetzt mussten nur die Boote am Steg erscheinen. Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit wie erhofft und auch die Boote ließen auf sich warten, weil die Schleusenwärter in der Brandshofer Schleuse erst mal sein Becken mit Booten voll machen wollte, was für viele Ruderer eine knappe Stunde Wartezeit bedeutete und die gute Laune bei so einigen kurzfristig eintrübte. Aber plötzlich kam dann doch ein imposanter und bunter Haufen unterkühlter Ruder:innen unter der grünen Brücke zum Vorschein.

Mit ca. 100 Ruder:innen aus ganz Hamburg wurde dann viel gegessen, Maibock und Helbing getrunken und geschnackt. Die leckere heiße Suppe und die Crêpes ließen die lange Wartezeit in der Schleuse schnell vergessen. Nach der Begrüßung durch Andreas und einem Grußwort des LRV Vorsitzenden Andreas Doepper konnte LRV-Wanderwart Ulrich Rothe die Preise für die meisten geruderten Kilometer bei Wanderfahrt und Zielfahrten vergeben:

Wikinger WRG: 1. Preis Zielfahrten

Biller RC: 2. Preis Zielfahrten

Wikinger WRG: 1. Preis Wanderrudern Kategorie A, Vereine bis 100 Mitglieder

RC Dresdenia: 1. Preis Wanderrudern Kategorie B, Vereine bis 200 Mitglieder

Hamburger Ruderinnen Club: 1. Preis Wanderrudern Kategorie C. Vereine größer 200 Mitglieder

Wir gratulieren allen Beteiligten und natürlich den Gewinnern der Wanderpreise!

Das ist seit ein paar Jahren das erste Anrudern an der grünen Brücke gewesen und für eine große Zahl der Beteiligten bei uns das erste Mal. Aber das macht Laune und wir werden das sicher wiederholen. Also bis bald auf der Bille!

Autor: Dominik Neubauer