Wanderrudertour auf der Weser
Ruth hatte Spaß … der RV Hoya jetzt etwas Arbeit
Vorweg das Wichtigste: Ruth hat’s riesigen Spaß gemacht und uns allen natürlich auch! Der RV Hoya muss dafür jetzt leider ein Boot reparieren. Aber der Reihe nach…
Mit neunmal Frauen- und einmal Mannpower machten wir uns auf den Weg zum befreundeten Ruderverein Hoya. Dort angekommen wurden wir mit einem kleinen Frühstück empfangen. Und dann staunten wir erstmal über das Vereinshaus mit dieser gigantisch großen Küche! Wer bei einem Ruderverein eine einfache Bootshalle erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Eher ein Nobelschuppen als ein Bootshaus – da fühlt man sich gleich willkommen. Und wie bei uns lockte die Weser am Steg zum kühlen Bad und einige genossen es mehrmals.
Kaum war das Gepäck aber verstaut, ging es auch schon aufs Wasser. Wir wurden auf 3 Boote aufgeteilt und die Hoyaner übernahmen das Steuer und lotsten uns sicher durch ihr Revier.
Gefühlt hatten sie uns die besten Boote des Vereins gegeben. Material ist doch wichtig, dachte ich und werde in Zukunft nicht immer alle Fehler bei mir suchen.

Wir ruderten durch endloses Grün, sanfte Kurven, mit herrlichem Weitblick und kaum Verkehr. Nur ein paar Frachtschiffe und einige Jetskifahrer, die offenbar der Meinung waren, sie nähmen an der Formel 1 auf dem Wasser teil. 40 Gesamtkilometer trotzten wir 2 Tage der Hitze, Capies wurden zur Erfrischung nass gemacht. Herrlich!
Eine Besonderheit waren die Boote mit Fußsteuerung. Für manche von uns etwas völlig Neues. Eine tolle Sache – so kann jeder mitrudern. Nur eines bleibt trotz modernster Technik unverzichtbar: der Schulterblick. Und genau da nahm unsere Tour am zweiten Tag eine unerwartete Wendung.
Auf das letzte Boot wurde gewartet, ein Boot drehte um und ruderte zurück. Das führte zu einem Missverständnis, der Schulterblick setzte bei 2 Booten kurz aus, da man sich sicher war über die Position der Boote und dann: Rumms! Ausleger trifft Skull bei voller Fahrt. Beide verlieren. Endstand: ein Skull in zwei Teilen, ein Ausleger in moderner Freiform. Die Hoyaner und auch wir erschraken verständlicherweise kurz, aber die Hoyaner bewiesen dann aber absolute Gelassenheit. Das Wichtigste: Niemand ging baden, niemand wurde verletzt und das Boot blieb dicht.
Nach kurzer Schadensaufnahme wurde einfach weitergerudert. Mit etwas weniger Muskelkraft zwar, dafür mit umso mehr Gesprächsstoff. Die Plätze wurden getauscht, und einer nutzte die Zwangspause kurzerhand für einen spontanen Landgang mit dringendem persönlichem Auftrag. Auch dafür ist eine Wanderrudertour schließlich da.
Trotz fast eintöniger, aber entspannter Landschaft überraschte uns die gewählten Pausenstopps. Nach etwa zehn Kilometern am ersten Tag wartete ein kleiner Yachtclub mit Gaststätte direkt am Steg – fast wie ein Beachclub für Ruderer. Am nächsten Tag ging es in die andere Richtung zur hol(ü)Bar an der Weserfähre Schweringen. Wunderschön gelegen, leckeres Essen und der perfekte Platz, um lange zu Verweilen und das Zurückrudern fast zu vergessen
Zurück im RV Hoya wurden wir am Samstag erneut verwöhnt. Grillmeister Renning erklärte vorsorglich, er könne eigentlich gar nicht grillen und wolle nur ein wenig üben. Aber es schmeckte natürlich. Dazu gab es leckere Salate, selbstgemachten Nachtisch und einen rundum gelungenen Abend in bester Gesellschaft. Am nächsten Morgen kam der Brötchenservice, wir waren verzückt. So sieht Gastfreundschaft aus.
Ein riesiges Dankeschön an den gesamten RV Hoya für die herzliche Aufnahme, die tollen Boote, die perfekte Organisation und dafür, dass sie unseren kleinen Materialtest so gelassen hingenommen haben.
Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an unsere Ruth. Ohne ihre perfekte Organisation hätten wir diese wunderschöne Tour nicht erlebt. Und nein – für den kleinen Zusammenstoß konnte sie nun wirklich nichts.
Wir freuen uns schon darauf, die Hoyaner bei unserer Matjesregatta wiederzusehen. Und wir hoffen auch im nächsten Jahr wieder eingeladen zu werden. Wir kommen sehr gerne wieder.
Sabine

Jan Lohse