Manche nennen es Schweiß, wir nennen es „flüssigen Stolz“. Zum bereits dritten Mal in Folge hieß es für uns: Ab auf die Folterstühle, die Kette fest im Griff und den Blick starr auf den Monitor gerichtet. Mit einer stolzen Flotte von 32 Vereinsmitgliedern und drei tapferen und starken auswärtigen Ruderern im Schlepptau sind wir beim diesjährigen Alster Ergo Cup angerückt.


Platzmanagement vor Platzierung


Bevor wir zu den harten Fakten kommen, ein Wort zur Strategie. In diesem Jahr gab es ein entscheidendes Problem: Wohin nur mit dem Hauptgewinn – noch eine fabrikneues Ergometer konnten wir gar nicht unterbringen. Hand aufs Herz – wir wussten schlichtweg nicht mehr, wohin mit dem ganzen Equipment! Unsere Bootshalle platzt bereits aus allen Nähten, und wer will schon über glänzende Concept2-Geräte stolpern, wenn er eigentlich nur zum Steg will? Das änderte natürlich unsere gesamte taktische Ausrichtung. Daher haben wir uns – ganz im Sinne des Fairplay und der nachbarschaftlichen Liebe – dazu entschieden, den anderen Vereinen auch mal eine Chance auf das Treppchen zu lassen. Mit einer Punktlandung auf dem 5. Platz zusammen mit dem Ratzeburger Ruderclub (7661 Punkte) sind wir mehr als zufrieden. Man muss schließlich auch gönnen können!


Vorbereitung ist alles


Doch wer denkt, wir hätten die Sache schleifen lassen, der irrt gewaltig. Die Wochen vor dem Cup waren geprägt von einer Dynamik, die man sonst nur aus Rocky-Filmen kennt. Überall im Verein bildeten sich kleine, verschworene Trainings-Grüppchen. Es wurde gemeinsam gelitten, sich gegenseitig zu neuen Watt-Bestmarken gepeitscht und motiviert, bis die Lungen brannten. Der Hauptantrieb hinter diesem kollektiven Wahnsinn war – wie immer – unser ehrgeiziger Initiator. Um ihm die bestmöglichen Ergebnisse zu präsentieren (und vielleicht auch, um den einen oder anderen kritischen Blick bei der Auswertung zu vermeiden), haben alle Beteiligten ihr Letztes gegeben.

Es war ein Fest! 34 motivierte Sportler, eine Stimmung, die die Halle zum Kochen brachte, und die Gewissheit, dass wir fahrtechnisch ganz oben mitspielen – auch wenn wir uns dieses Jahr diplomatisch im Mittelfeld einsortiert haben. Die Ergos im Verein können also erst einmal durchatmen: Es kommt kein neuer Kollege dazu, der den Platz wegnimmt. Nächstes Jahr greifen wir wieder an – vielleicht. Es kommt ganz darauf an, wie viel Platz wir dann in der Halle haben!

Text: Ruth M.